Programm Allgemeine Belletristik

Westküstenblues

Manchette, Jean-Patrick

 «[...] Eine leicht zu deutende Parabel, gewiss, doch die formale Brillanz, mit der Manchette diese Geschichte erzählt, lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. [...]»

Der Bund

 

«[...] Durch das Ambiente, das er mit Mode, Marken und Automobilen akribisch beschreibt, ist Manchette ein hervorragender Chronist der 70er Jahre. [...]»

junge Welt

 

«[...] Jean-Patrick Manchette, ein Klassiker des schwarzen Kriminalromans, verschwendet keine Zeile zu viel. Mitleidlos führt er seinen Helden in eine Hölle, aus der er seltsamerweise ebenso zerstört wie gestählt wiederkehrt. [...]»

Prisma 

 

«[...] Manchette legt ein furioses Tempo vor mit filmartigen Schnitten, immer neuen Überraschungen und mit schonungsloser Brutalität - kein Mann für blumige Umschreibungen. [...] geht es um Geld, um Macht, um die blanke Gier, die für Manchette wie ein Krebsgeschwür die Gesellschaft durchwuchern. Die Korrumpierbarkeit des Menschen bei der Aussicht auf das große Geld ist ein zentrales Thema des Franzosen, um das seine Krimis immer wieder kreisen, und nur wenige sind in der Lage, solche Geschichten so spannend zu erzählen wie Jean-Patrick Manchette.»

Heilbronner Stimme

 

«[...] Manchette erzählt seine Geschichte sehr filmisch, mit präzisen Beschreibungen, knappen Dialogen und einem trockenen Wortwitz [...]. In Manchettes Romanen ist die Welt voller Verzweiflung darüber, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt eine hoffnungslose Sache geworden ist. Deshalb gibt es keine Erlösung, sondern nur Gewalt und Tod. Manchettes Romane sind die Antwort auf die klassischen Detektivgeschichten, in denen mittels Aufklärung des Verbrechens und Bestrafung des Täters die Welt wieder in Ordnung gebracht wird. Manchette entlarvt dieses Nachher als Scheinordnung; die Welt ist ein Rattennest und als Ganzes nicht zu retten... Er war der große Erneuerer des französischen Kriminalromans und Leitfigur für eine neue Generation französischer Kriminalautoren. Den Grund hierfür stellt Manchette mit seinem Roman ‹Westküstenblues› eindrucksvoll unter Beweis.»

www.krimizeit.de 

 

«Nichts für schwache Nerven: Jean-Patrick Manchettes meisterhafte Krimis ‹Westküstenblues› und ‹Tödliche Luftschlösser›»

Neues Deutschland

  

«Cool. Das trifft die Stimmung des Romans. Cool wie die Direktheit der Sprache. Cool wie die Killer auf Menschenjagd, cool wie der Held [...]. Und cool wie der Jazz, der im Hintergrund dudelt. Mit dem französischen Autor Jean-Patrick Manchette bekommt das Modewort einen Sinn! [...] Er erschafft aus scheinbar heiler Welt einen Alptraum und spart dabei nicht mit Seitenhieben auf die Gesellschaft. [...]»

Diners Club Magazine 

 

«[...] ‹Westküstenblues› ist ein typischer Manchette-Roman [...]. [Er] entwirft die Eskalation der gesellschaftlichen Spannungen zu Privatkriegen ohne jede Hemmungen und Regeln, aber er persifliert die harten amerikanischen Thriller auch, steigert den Verlust der Rechtsstaatlichkeit zur blutigen Farce. Nur hat er das nicht beschwichtigend komisch gemeint; er spottet nicht über die Gewalt, sondern über die Erwartung des Lesers, in Krimis wenigstens sei eine gerechte Sache zu finden.»

Stuttgarter Zeitung

 

«Franzosen, zumeist mehr als nur männlich: Ich lese momentan nur Jean-Patrick Manchette [...]. Für echte Frankophile, die augenscheinlich nicht totzukriegen sind. [...]»

taz

  

«[...] In der Kürze liegt die Würze [...]. Zutreffend allemal, fragt man sich doch, wie man auf 160 Seiten eine solche Spannung erzeugen kann, bei der manches 400-Seiten-Buch Mühe hat, mitzukommen. In diesem Buch, das wirklich nichts für zarte Gemüter ist – was für alle Bücher von Manchette zutrifft – wird man bestens unterhalten, verbucht die Zeit nicht als verloren ab. Kaufen Sie das Buch, setzen Sie sich in einen Sessel und nehmen Sie sich nichts anderes für den Abend vor.» 

www.maigret.de

  

«[...] Unser Protagonist wird unschuldig aus seinem falschen, langweiligen, uneigentlichenLeben geworfen, hinein ins stressige, wahrere, echtere Abenteuer-Leben, animalisch, authentisch, Ausnahmezustand, Kampf, Lebensgefahr, et cetera. Und siehe da, unser Bürohengst, unser Papiertiger aktiviert unterdrückte Potentiale, wandelt sich zur wütenden, reißenden Bestie, lässt die Sau raus, kann selber Leute umbringen.
Manchette verherrlicht dies nicht, und er benutzt es nicht einfach zur Unterhaltung des Publikums, sondern er problematisiert es auch, diese ganze Brutalität, dieses ganze Morden, die dem Menschen innewohnende Aggression, die Gewalt-Angstlust. Und auch wie er dann den Kreis schließt, am Ende des Romans, mit Gerfauts Rückkehr aus dem ekstatischen Ausnahmezustand ins Normale, das bestätigt wieder mal: Es gibt Actionthriller, die rasant und spannend, abenteuerlich und brutal und blutig sind und zugleich anspruchsvoll und kunstvoll.»

Roberts Krimitagebuch

 

«Manchette wurde hier in der Krimikolumne bereits vor kurzem gelobt, aber nach der Meinung unseres Rezensenten sind seine 10 Kriminalromane, die jetzt bei Distel als schöne schwarze Taschenbücher veröffentlicht werden, das Beste, was es zur Zeit für Geld zu kaufen gibt.»

Deutschlandfunk

 

«Das ist Literatur, die Dada, Punk, Kapitalismus und Postmoderne auf einmal überwunden hat.»

Bayern Radio 2

  

«Wie ein Schlag mit der flachen Hand [...]. Erst in der Leere gewinnen die Figuren Manchettes Individualität, Lebensraum. Vorwegnahmen der Handlung, kreisförmige Erzählstrukturen, bewusste Ungenauigkeiten sind die literarischen Mittel, mit denen Manchette seine mindere in eine unterminierende Literatur verwandeln will. Um die Sprengkraft seiner Romane zu steigern, verstößt er systematisch gegen alle Erfordernisse des Genres, unterläuft Klischees, bricht Lesegewohnheiten... Auch wenn sich die politischen Frontstellungen seit 1970 verschoben haben, ist Manchettes Werk in seiner entschlossenen Ablehnung jeder Art von Versöhnung mit jedweder herrschenden Klasse oder Ideologie und in seiner stilistischen Radikalität brisant wie am ersten Tag [...]. Wer Manchette nicht gelesen hat, weiß nicht, wie außerordentlich Krimi sein kann.»

Die Zeit

  

«[...] Jean-Patrick Manchette erzeugt Spannung, indem er seine Figuren wie mit einer Handkamera verfolgt, setzt auf groteske Situationen statt auf die Schilderung von Gefühlen. Mit wenigen Handgriffen kehrt er das Innere seiner Figuren nach außen. Nur noch zwei Thriller fehlen, dann liegen die Romane des großen französischen Krimi-Autoren komplett im Distel Literaturverlag vor.»

Badische Zeitung

 

«[...] Seine Geschichten tragen bei aller Gesellschaftskritik fatalistische Züge, sie sind realistisch und hart, dabei aber voll hintergründigem Humor. Man merkt ihnen die Arbeit ihres Autors beim Film im positiven Sinne an. Sie sind präzise geschnitten und rasant erzählt. Manchette hält Distanz zu seinen Figuren, bleibt außerhalb, bietet keinerlei Identifikationsmoment und hält sich auch mit Werturteilen zurück. Bei ihm wird nicht gedacht, und trotzdem ist sein Personal, das er mit wenigen Sätzen charakterisiert, glaubwürdig. Er macht seine Figuren griffig, bevor er sie auf eine Achterbahnfahrt ins Leere schickt. [...]

Im ‹Westküstenblues›, der von Jaques Deray mit Alain Delon verfilmt wurde [...] stolpert Georges Gerfaut über eine Leiche und stürzt dabei fast selbst aus dem Leben [...]. Manchette treibt die Handlung auf einen Schluss zu, den er schon auf den ersten zwei Seiten vorwegnimmt. Aber die Leser werden nicht enttäuscht. Atemlos erreichen sie einen Punkt, den sie schon kennen und der sie trotzdem überrascht. Zurück im normalen Leben und ergeben in die jeweilige Situation, ist für Gerfaut das blutige Intermezzo nur noch ein fernes Abenteuer. Gerade so, als wäre nichts passiert.»

Jungle World

 

«Mehr als ein klassischer Thriller, eine philosophische Erzählung, in der uns der brillante Stil, der grimmige Humor und die illusionslose Moral von J.-P. Manchette einen neuen Aspekt seiner Begabung verrät.»

Le nouvel observateur

 

 

 



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