Der Mann mit der roten Kugel

Manchette, Jean-Patrick

Zur gleichen Zeit haben die Truppen der Versailler Nationalversammlung die Kirche Saint-Christophe in Villette schließlich wieder eingenommen und waten im Blut, aber Pruitt weiß davon nichts, er wird nie etwas davon erfahren, das Thema ist für ihn völlig uninteressant. Denn Pruitt sitzt auf der Außentreppe einer weiträumigen, baufälligen Holzbaracke so ungefähr mitten im Staate Texas und ist damit beschäftigt, seine Waffe zu reinigen, einen Remington-Einzella der, dessen Nussbaumgriff durch Stöße, Schweiß und Sand zerschrammt und verblichen ist. Pruitt ist ein vierschrötiger und robuster Mann mit kräftigem Kiefer, aber schmalen Augen und einem leicht lüsternen Lächeln. So wie er ist, hat er sich in seiner Existenz fest etabliert, er reinigt sorgfältig seinen Revolver.
Der leichte Wind fegt ein wenig Staub gegen das feste Leinen von Pruitts Hose. Der Wind lindert die Hitze keineswegs. Er kommt von weit her, aber träge macht er hier und da in der Staubebene Halt, und er wirbelt, kleine, rötliche Wolken auf. Er ist sehr trocken.
Vor der Holzbaracke sind Karren, Maultiere und Männer niedergesunken. Die Mulis bewegen ab und zu die Ohren. Die Männer dösen auf dem Boden vor sich hin, kratzen sich, brabbeln abgedroschene Witze. Ihr Gesicht ist tot, besiegt, von Dreck und getrocknetem Schweiß verkrustet.

 

 

 



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