Fieber im Marais

Malet, Léo

Schwarze Krimi-Kost
Drei Charakteristika spielen bei Léo Malet eine Rolle – in seinem Leben hat er viele verschiedene Milieus durchstreift, das kommt seinen Krimis zugute, denn die wechseln die Milieus ebenso und die Arrondissements, also die Viertel von Paris, genauso. Das war sein Markenzeichen, jeden Nestor- Burma-Roman in einer anderen Ecke von Paris spielen zu lassen. Leo Malet war Bankangestellter Chansonnier, Büroangestellter, Filmstatist, Journalist, Herausgeber einer Modezeitschrift und Ghostwriter eines analphabetischen Erpressers. 30 Jahre lang schrieb er an der Paris-Serie. FIEBER IM MARAIS spielt im 3.Arrondissment. Beim Pfandleiher wird der Privatdetektiv niedergeschlagen, eine schöne Blonde kommt ins Spiel, ein Pfandleiher. Ein Brieföffner steckt in seinem Rücken. Wunderbare Noir-Krimi-Sprache fasziniert uns in diesem Buch. Kostprobe: „Es war so tot wie diese Hoffnungen. Vielleicht sogar noch etwas mehr.“ Oder „Ich steckte meine Pfeife an und stieß etwas Rauch aus, um die Luft zu verbessern.“ Die Handlung ist übersichtlich, und dennoch pflastern einige Leichen Nestor Burmas Weg.
Fazit Lockerflockige Krimi-noir-Unterhaltung

Norbert Schreiber, facesofbooks.de



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